Von Geheimdiensten, Politikern und Heringen

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Schaffermahl der Stadt und der Wildeshauser Schützengilde

Wildeshausen. Um es vorwegzunehmen: Der beste Redner beim traditionellen Schaffermahl der Wildeshauser Schützengilde und der Stadt Wildeshausen war einmal mehr Gildeoberst Ernst Frost. Mit seinem Exkurs über Verteidigungsministerin Ursula „Ursel“ von der Leyen, den Geheimdienst NSA und die Taktik der Schützengilde, den Abhöraffären ein Schnippchen zu schlagen stahl er sowohl Gildegeneral und Bürgermeister Dr. Kian Shahidi als auch dem Ehrengast und Festredner EWE-Chef Dr. Werner Brinker die Schau.

Eine illustre Gesellschaft hatte sich zum 37. Schaffermahl der Neuzeit im historischen Rathaussaal versammelt. „Da Schaffermahl ist neben dem Gildefest Ausdruck unzerbrechlicher Verbundenheit zwischen Stadt und Gilde“, sagte Shahidi bei seiner Begrüßung.

Oberst Ernst Frost teilte den Gästen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und kulturellem Leben mit, dass ihm Ursula von der Leyen erst in der vergangenen Woche mitgeteilt habe, dass nicht nur Angela Merkels Telefon abgehört werde. „Auch Ursels Handy hat viele Ohren“, erklärte Frost. Belausche etwa die NSA die militärischen Geheimnisse der Gilde? „Der Feind ist nicht sichtbar, nicht greifbar, nicht trinkbar, er ist digital“, stellt Frost fest.

Nach langem Überlegen und einem kräftigen Schaffertrunk habe er dann den goldenen Einfall gehabt. „Die Lösung ist nicht die Technik sondern die Taktik“, sagte Frost. Er habe daher angeordnet, dass alle Offiziere im vierwöchentlichen Rhythmus ihre Mobiltelefone tauschen, die Unteroffiziere alle vier Tage und die Mannschaften alle zwei Tage. „Die NSA kann dann abhören, soviel wie sie will, die Datenflut zwingt sie in die Knie“, prophezeite er. Und kündigte an, dass die gesamte Bundesregierung ebenfalls diese Taktik anwenden wolle.

Werner Brinker spann in seiner Rede einen Bogen über die Energiepolitik. Seine Rede war gewürzt mit guten und weniger passend platzierten Döntjes und Witzen. „Politiker sollen jetzt auch nach Leistung bezahlt werden. Ich persönlich halte das für unmenschlich, die gesamte Bundesregierung verhungern zu lassen“, frotzelte er. Überhaupt seien die ersten Politiker schon in der Bibel aufgetaucht. „Das waren die Heiligen drei Könige, sie hörte nauf zu arbeiten, hüllten sich in edle Gewänder, gingen auf Reisen und verteilten Geschenke“, behauptete der Chef der EWE unter dem Gelächter der Gäste.

Zwischen den Zeilen gab es aber auch hörbare Kritik am Umgang der Politik mit der Energiewende. „Es ist fünf vor zwölf. Kernenergie hat keine Zukunft, fossile Energieträger müssen eingeschränkt werden.“ Dazu müsse die knappe Ressource Geld so effektiv wie möglich eingesetzt werden um zum Beispiel dezentrale Energiespeicher oder mehr Kraft-Wärme-Kopplung zu erreichen. Brinker hatte sich zuvor im Stadthaus in das Goldene Buch der Stadt Wildeshausen eingetragen.

Der abgehende Schaffer Gerald Kreienborg hatte mit viel Unterstützung der Fähnrich und deren Ehefrauen da Schaffermahl vorbereitet. Die Gäste labten sich an schmackhaften Fischvariationen und kühlen Gerstensaft.

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