Vorrang für die Natur

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UWG will Planungen für Industriegebiet-West beenden

Wildeshausen. Die UWG Wildeshausen ruft die im Rat der Stadt vertretenen Fraktionen auf, die Planungen für da Industriegebiet Wildeshausen-West zu beenden. Im Vorfeld der Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung, Bau und Umwelt am kommenden Donnerstag, 3. Juli, fordert die UWG, der Natur den Vorrang vor den wirtschaftlichen Interessen einzelner einzuräumen. Der Ausschuss wird über die 12. Änderung des Flächennutzungsplanes Gewerbe- und Industriegebiet „Wildeshausen-West“ beschließen.

„Das Industriegebiet ist teuer, nutzlos und umweltschädlich“, schreibt der UWG Fraktionsvorsitzende Rainer Kolloge in einer Presseerklärung. „Am Ende werden wir mehr als 70 Hektar Wald gefällt und über 20 Millionen Euro ausgegeben haben und vergeblich auf Interessenten warten, weil diese in Ahlhorn und Visbek bessere Konditionen vorfinden“, ergänzt UWG Ratsherr Heiner Spille.

Tatsächlich scheint eine Stellungnahme des Landkreises Oldenburg der UWG recht zu geben. Für den Naturpark Wildeshauser Geest lehnt der Landkreis das Industriegebiet ab. „Der gesamte Bereich, der dem Untersuchungsraum für den Umweltbericht zugrunde liegt, ist als Vorrangfunktion für ruhige Erholung in Natur und Landschaft im Entwicklungsplan für den Naturpark ausgewiesen“, heißt es in einer Stellungnahme der Kreisverwaltung. Durch die Ausweisung eines Gewerbe- und Industriegebietes mit etwa 70 Hektar würde diese Nutz- und Schutzfunktion großflächig verloren gehen.„Nach den vorgelegten Unterlagen kann das Vorhaben nicht abschließend beurteilt werden, unseres Erachtens ist der Eingriff so unzulässig. Das Vorhaben wird aus der Sicht des Naturparks Wildeshauser Geest abgelehnt“, faßt die Kreisverwaltung zusammen.

Zudem regt der Landkreis an, dass aus raumordnerischer Sicht ein interkommunales Gewerbegebiet in der Nähe einer Autobahnanschlussstelle zu bevorzugen sei. Kritisch sieht die UWG auch, dass in unmittelbarer Nachbarschaft in Ahlhorn mit dem „Metropolpark Hansalinie“ eine weitaus größere Gewerbefläche entwickelt wird.  “Vor diesem Hintergrund kann das Projekt keinen Erfolg haben, wobei noch hinzu kommt, dass nach Ansicht des Landkreises noch nicht einmal aus Sicht Wildeshausens ein Bedarf für das Industriegebiet nachvollziehbar belegt sei“, heißt es in der UWG-Presseerklärung.

„Wenn wir schon Industrieflächen schaffen wollen, dann im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit, wie sie die Gemeinde Dötlingen in ihrer Stellungnahme zu den Planungen ja ausdrücklich anbietet“, fordert Rainer Kolloge. Ein denkbarer Standort wäre Hockensberg. Ein solcher Standort reduziere die Kosten und die Risiken für alle Beteiligten und führt nicht zu so gravierenden Eingriffe in die Natur, wie Wildeshausen West.

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