Wege in eine normale Zukunft ebnen

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Verein Brücke hilft straffällig gewordenen jungen Menschen

Von Martin Siemer

Wildeshausen/Delmenhorst. Seit 33 Jahren gibt es ihn, den Verein Brücke, der sich um straffällig gewordenen junge Menschen kümmert. Seit 25 Jahre ist das Projekt auch in Wildeshausen und damit im Landkreis Oldenburg tätig. Das Jubiläum wird am 18. Oktober mit einer Veranstaltung im historischen Rathaussaal gefeiert. Auch wenn die Zukunft der Brücke in Wildeshausen im Moment noch ein wenig vage ist. Zum 15. September ist der Mietvertrag in der Villa Knagge, in der die Brücke seit Jahren tätig ist, gekündigt worden. Das Gebäude ist absolut baufällig. „Wir suchen intensiv nach einem neuen Domizil“, sagte Joachim Musch, Vorsitzender des Vereins Brücke, bei der Vorstellung des Jahresberichtes am Donnerstagmorgen.

Joachim Musch, Peter Fass, Sandra Schier, Hannelore Hunter-Roßmann, Sandra Kuntze und Gunnar Grehl (von links) von der Brücke stellten den Jahresbericht für das Projekt Wildeshausen vor. Foto: Martin Siemer
Joachim Musch, Peter Fass, Sandra Schier, Hannelore Hunter-Roßmann, Sandra Kuntze und Gunnar Grehl (von links) von der Brücke stellten den Jahresbericht für das Projekt Wildeshausen vor. Foto: Martin Siemer

In einem eher „normalen“ Jahr konnten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Brücke die Arbeit mit den Jugendlichen deutlich intensivieren. Die Angebote der Brücke reichen von der intensiven Einzelfallhilfe über Betreuungshilfen, zum Beispiel bei der Wohnungssuche, bei Schuldenregulierungen oder beim Umgang mit Geld. Die Holz- und Fahrradgruppe bietet handlungsorientierte Angebote. Daneben gibt es Anti-Gewalt-Kurse oder spezielle Themengruppen.
47 junge Menschen wurden im Jahr 2015 von den Pädagogen und Sozialpädagogen der Brücke in Wildeshausen betreut. Damit ist die Zahl im Vergleich zu 2014 (46) nahezu konstant geblieben. Doch die Betreuungsintensität hat zugenommen, immer vielschichtiger sind die Probleme der jungen Menschen.
Über das Jugendgericht werden die Jugendlichen, die mit dem Gesetzt in Konflikt geraten sind, an die Brücke verwiesen. „Wir treffen dann mit den Jugendlichen klare Vereinbarungen und kontrollieren, ob diese eingehalten werden,“ sagte Brücke-Geschäftsführerin Sandra Schier. Die Abbrecherquote ist eher gering, die meisten halten die Vorgaben wirklich durch. „Das ist schon eine Herausforderung für die Jugendlichen“, unterstreicht Schier. Viel würden auch nach der Maßnahme den Kontakt zu den Pädagogen der Brücke aufrecht halten.
Wenn auch die Arbeit der Brücke in der Villa Knagge in absehbarer Zeit zu Ende geht, die Angebote wird es auch weiterhin in Wildeshausen und Delmenhorst geben.
Zum 25.Jährigen Jubiläum, dass am 18. Oktober im Rathaussaal gefeiert wird, ist als Festredner Professor Dr. Christian Pfeiffer eingeladen. Der ehemalige Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, wird über die Geschichte und Wirkungen der ambulante Maßnahmen sprechen.

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