Wenn Mieter hausen

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50-Jähriger hinterlässt völlig vermüllte und verdreckte Wohnung

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Kot auf dem Teppich, eine verdreckte und vermüllte Küche, Schmutz und Unrat auch in den anderen Räumen. Das Bild, das sich Rosemarie Huntemann bot, war unbeschreiblich. Die Wildeshauserin hatte die Wohnung an der Erlenstraße seit September 2009 an einen alleinstehenden Mann vermietet. Kurz nach seinem Einzug gab es erste Rückstände mit der Mietzahlung. Im Herbst 2014 brach der Kontakt zwischen Mieter und Vermieterin vollständig ab. Vier Monatsmieten waren zu diesem Zeitpunkt nicht bezahlt. Der 50-Jährige reagierte weder auf Anrufe noch auf Schreiben des Anwalts von Rosemarie Huntemann.

Dreck und Unrat auch im Schlafzimmer der Mietwohnung. Foto: Privat
Dreck und Unrat auch im Schlafzimmer der Mietwohnung. Foto: Privat

Selbst den Schornsteinfeger, der turnusmäßig die Heizungsanlage überprüfen wollte, ließ der Mann nicht ins Haus. Mehrere Versuche, einen Termin zu vereinbaren, scheiterten. Letztlich schaltete der Schornsteinfeger, der aufgrund der Situation Gefahr um Verzuge sah, das Ordnungsamt der Stadt Wildeshausen ein. Doch auch die Behörde bekam keinen Kontakt zum Mieter.

Unvorstellbar, dass ein Mensch in einer derart verdreckten Wohnung leben konnte. Foto: Privat
Unvorstellbar, dass ein Mensch in einer derart verdreckten Wohnung leben konnte. Foto: Privat

Schließlich ließ das Ordnungsamt die Wohnung durch die Polizei öffnen, um dem Schornsteinfeger den Zugang zu ermöglichen. Rosemarie Huntemann konnte so nach Jahren erstmals wieder die Wohnung betreten. Was sie vorfand, war ein Schock. Das ein Mensch in einer derart verdreckten Wohnung leben konnte, schien unfassbar. Selbst auf dem Balkon fanden sich Kotspuren. Inzwischen hat sie die Wohnung grundreinigen lassen. Eine Fachfirma beseitigte Unrat und Müll. Die Renovierung steht noch aus.
Für Rosemarie Huntemann ist der ganze Vorgang nicht mit viel Ärger, sondern auch mit immensen finanziellen Belastungen verbunden.

Auf dem Teppichboden fanden sich Kot und Dreck. Foto: Privat
Auf dem Teppichboden fanden sich Kot und Dreck. Foto: Privat

„Durch den Mietverlust, die Anwaltskosten und die Reinigung der Wohnung kommen einige tausend Euro zusammen“, rechnet Tochter Klaudia Huntemann vor. Hinzu kommen noch die Kosten für die Renovierung.
Vom ehemaligen Mieter, der offenbar an Suchtproblemen leidet, dürfte nichts zu holen sein. Er lebt inzwischen von Sozialhilfe.

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