Wenn Notrufe für Tiere nicht ankommen

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Michael Haake findet verletzten Kater und bleibt auf sich allein gestellt

Von Martin Siemer

Wildeshausen/Harpstedt. Was tun, wenn man ein verletztes Tier findet? Den meisten wird die Tierschutzgruppe Wildeshausen (TSGW) einfallen, die sich immer wieder solchen Tieren annimmt. Doch immer mehr Kommunen im Landkreis kündigen die Zusammenarbeit mit der TSGW und setzen auf kommerzielle Anbieter. Mit fatalen Folgen, wie Michael Haake jetzt selbst erleben musste. Der Wildeshauser fand am Mittwochnachmittag einen verletzten Kater zwischen Holtorf und Beckstedt. Das Tierheim in Bergedorf, zuständig für die Fundtiere in der Samtgemeinde Harpstedt war jedoch außerhalb der Geschäftszeiten nicht zu erreichen.

Die Überlebenschancen für diesen schwerverletzten Kater stehen denkbar schlecht. Foto: Privat
Die Überlebenschancen für diesen schwerverletzten Kater stehen denkbar schlecht. Foto: Privat

Michael Haake versuchte zunächst, Kontakt zu einer ihm privat bekannten Tierärztin in Harpstedt zu aufzuenhmen. Da er diese nicht erreichen konnte und der Weg nach Harpstedt weiter als nach Wildeshausen gewesen wäre, nahm die am Kiefer schwerverletzte Katze mit nach Wildeshausen zur Tierarztpraxis seiner Ehefrau Simone Haake. Sie unztersuchte das Tier, konnte nicht ausreichend helfen. Kiefer- und Beckenknochen waren gebrochen. Kurzhand transportierten Haake den Kater in die Tierklinik in Posthausen. Dort wurde die Katze eingehend untersucht. Eine Operation schlägt mit 500 Euro zu Buche. Wobei offen bleibt, ob der Kater seine Kiefer wieder jemals richtig benutzen kann.
Am Donnerstag erreichte Michael Müller dann auch die Sachbearbeiterin im Fundbüro der Samtgemeinde Harpstedt. „Dort hat man eine Notfallnummer vom Tierheim, gibt diese aber nicht heraus, damit nicht zu viele anrufen“, berichtete Müller im Gespräch mit Die Hunte. Immerhin will die Samtgemeindeverwaltung jetzt mit dem Bergedorfer Tierheimbetreiber sprechen, um dort eine Änderung der Erreichbarkeit zu bewirken. „Für die Mitarbeiterin der Verwaltung war meine gestrige Situation nachvollziehbar“, sagte Haake.
Inzwischen wird das Tier von einem Tierarzt in Hude untersucht und versorgt, der mit dem Tierheim in Bergedorf zusammenarbeitet. Eine Operation ist eher unwahrscheinlich. Schließlich ist die Katze eine Fundsache, die offenkundig niemandem gehört.

 

Der Artikel wurde am 16.10.2015 um 13:15 Uhr bearbeitet.

In der ursprünglichen Fassung hatten wir nicht erwähnt, dass Michael Haake zunächst versuchte, eine Tierärztin in Haprstedt zu erreichen.

 

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