Wenn Rettungswagen knapp werden

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Bei mehreren Verletzten kommen Rettungsdienste aus mehrere Standorten

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Fahrfehler eines 18-Jährigen Fahranfängers, beim Abbiegen übersieht er einen entgegenkommenden Sattelzug, der in die Beifahrerseite prallt. Großalarm für Rettungsdienst und Feuerwehr. Zwei Notärzte, vier Rettungswagen und die Feuerwehr Wildeshausen eilen zur Unfallstelle.
Nur wenige Minuten später der nächste Einsatz. Eine Rentnerin aus Wildeshausen meldet sich über den Notruf und beklagt akute Atembeschwerden. Notarzt und Rettungsdienst aus Wildeshausen sind noch beim Unfall im Einsatz. Der Rettungswagen aus Harpstedt ist ebenfalls unterwegs. Als erste Maßnahme fahren Feuerwehrleute aus Wildeshausen, die über eine Rettungsdienstausbildung verfügen, zur der Frau. Zu Unterstützung wird ein Rettungswagen aus Cloppenburg angefordert, Fahrzeit mindestens 20 Minuten. Alles geht gut aus, der Einsatz zeigt jedoch, dass Rettungsmittel manchmal knapp werden können.

Immer wieder kommt es vor, das mehrere Notärzte und Rettungswagen zu einem Verkehrsunfall gerufen werden. Die Versorgung in den Gemeinden und Städten muss dennoch gewährleistet sein. Foto: Feuerwehr / Jannis Wilgen
Immer wieder kommt es vor, das mehrere Notärzte und Rettungswagen zu einem Verkehrsunfall gerufen werden. Die Versorgung in den Gemeinden und Städten muss dennoch gewährleistet sein. Foto: Feuerwehr / Jannis Wilgen

Frank Leenderts, Geschäftsführer und Leiter der Großleitstelle Oldenburg (GOL) sieht darin jedoch keine Probleme. „Als der Unfall gemeldet wurde, war von zwei Verletzten die Rede, deshalb wurden die Rettungswagen aus Wildeshausen und Ahlhorn sowie der Notarzt angefordert“, schilderte Leenderts den Ablauf des Einsatzes auf Anfrage von Die Hunte. Dann wurde die Zahl der Verletzten auf vier erhöht, Rettungswagen (RTW) aus Ganderkesee und Visbek nachgeordert. „Der in Harpstedt stationierte RTW hatte zwischenzeitlich einen weiteren Einsatz“, erklärte Leenderts.
Da alle nächstgelegenen RTW bei dem Unfall in Wildeshausen Einsatz waren, wurden die freien Kräfte der Feuerwehr Wildeshausen als „First Responder“ zu dem weiteren Notfall in Wildeshausen abberufen. Die im Rettungsdienst ausgebildeten Feuerwehrleute hätten, wenn dies erforderlich geworden wäre, auch die Wohnungstür der betreffenden Person öffnen können.
Unbeantwortet ließ Frank Leenderts die Frage, warum ein weiterer RTW aus Cloppenburg angefordert wurde. Zum einen hätten nach Informationen von Die Hunte Rettungskräfte von der Unfallstelle abgezogen werden können, da die Versorgung der zwei Schwer- und zwei Leichtverletzten sichergestellt war. Zum anderen verfügt die in Wildeshausen stationierte Schnelleinsatzgruppe (SEG) des Malteser Hilfsdienstes über zwei zusätzliche RTW und hatte in kürzerer Zeit vor Ort sein können. Die SEG wurde jedoch nicht alarmiert.
Die Großleitstelle Oldenburger Land koordiniert für die Landkreise Ammer­land, Cloppenburg, Oldenburg und Weser­marsch sowie die Städte Delmenhorst und Oldenburg die Notrufe im Brandschutz, bei Hilfeleistung wie Rettungs­dienst und Krankentransport. Zum EInsatzgebiet gehört eine Fläche von etwa 4.200 Quadratkiloemtern mit über 735.000 Menschen.

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