Wichtiger Zeuge blieb Verhandlung fern

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Wildeshauser Hotelier wegen Körperverletzung vor Gericht

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Was ist wirklich passiert am Abend des 26. Juni des vergangenen Jahres? Diese Frage wollte das Amtsgericht Wildeshausen am Montagvormittag klären. Allerdings blieb es bei dem Versuch, denn der wichtigste Zeuge, zugleich mutmaßliches Opfer einer körperlichen Attacke, bleib der Verhandlung fern.
Angeklagt ist ein 49-Jähriger Hotelier, der einen 18-Jährigen geschlagen und getreten haben soll. Der junge Mann war zuvor im Hotel des Angeklagten zur Probe als Aushilfe eingesetzt. Nach dem Ende einer Veranstaltung kam es dann gegen 21.30 Uhr offenbar zum Streit mit seiner, ebenfalls im Hotel beschäftigten Schwester, bei der der 18-Jährige handgreiflich wurde. Er konnte nur durch eine weitere Hotelmitarbeiterin und einen Hotelgast gebändigt werden. Von dieser Rangelei gab es im Gerichtssaal eine Videoaufzeichnung zu sehen.
Während der junge Mann das Hotel verließ, informierten Mitarbeiter den Hotelier über den Vorfall. Als dieser mit der Schwester des 18-Jährigen sprach, bemerkte er, dass der junge Mann zum Hotel zurückkehrte. Er stellte den 18-Jährigen zur Rede, erteilte ihm Hausverbot und forderte ihn auf, das Grundstück zu verlassen. Während dieser verbalen Auseinandersetzung soll der Angeklagte den 18-Jährigen zudem geschlagen und getreten haben. Dabei soll auch das T-Shirt des jungen Mannes zerrissen worden sein. Der als Zeuge geladene Hotelgast konnte aber nicht ausschließen, dass das Shirt möglicherweise schon bei der Rangelei in der Hotellobby kaputt ging. Die Schwester des 18-Jährigen machte von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch. Eine weitere Mitarbeiterin des Hotels fügte ihrer Aussage immer weitere Details hinzu. Zuerst wollte sie nur die verbale Auseinandersetzung zwischen ihrem Chef und dem 18-Jährigen wahrgenommen haben. Dann räumte sie jedoch ein, dass es am Rande des Hotelparkplatzes doch zu einer Rangelei gekommen sein könne. Die Richterin hegte Zweifel an der Aussage der Zeugin. Die Frage, ob es vor der Verhandlung Gespräche mit ihrem Chef über das Geschehen am Tatabend gegen habe, verneinte die Zeugin jedoch.
Der 18-Jährige selbst konnte nicht befragt werden. Er hielt sich zwar vor Prozessbeginn im Gerichtsgebäude auf, blieb der Verhandlung jedoch fern. Die Richterin verhängte daraufhin ein Ordnungsgeld über 150 Euro, ersatzweise drei Tage Haft.
Das Verfahren wird jetzt am 16. Februar fortgesetzt.

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