Wiederholungstäter bleibt in Haft

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Schöffengericht verhängt Freiheitsstrafe gegen Einbrecher

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Das Vorstrafenregister des Angeklagten ist ellenlang, ebenso seine Haftstrafe, die er bereits für Einbruchs-. Raub und Diebstahlsdelikte verbüßt hat oder derzeit noch verbüßt. Hinzu kommt nun eine weitere Verurteilung nach einem Einbruch in Brettorf. Zu zwei Jahren und sechs Monaten verurteilte das Schöffengericht des Amtsgerichts Wildeshausen den 45-Jährigen Mann. Drei Verhandlungstage waren notwendig, um zu einem Urteil zu kommen. Noch im Gerichtssaal beauftragte der Anklagte seinen Pflichtverteidiger, Revision einzulegen.
Die Staatsanwaltschaft warf dem Angeklagten vor, am 25. Juni 2015 in ein Wohnhaus in Brettorf eingedrungen zu sein und aus dem Haus 300 Euro Bargold sowie diverse Schmuckstücke entwendet zu haben. Zum Tatzeitpunkt war der 45-Jährige gerade auf der Flucht. Er hatte sich nach einem Freigang, als Vorbereitung auf sein bevorstehendes Haftende, abgesetzt. Nur wenige Tage nach dem Einbruch in Brettorf nahmen Polizeibeamte den Mann in Delmenhorst fest. Dort hatte er sich in einer Pension einquartiert. In seinem Zimmer fanden die Beamten einen Rucksack, in dem sich ein Schraubendreher sowie zwei Paar Arbeitshandschuhe befanden. Im Hof der Pension stellten sie ein weißes Mountainbike sicher. Ein solches Fahrrad war von einer Zeugin vor dem Haus in Brettorf gesehen worden. Gegenüber der Polizei gab der Angeklagte an, den Schraubendreher und die Handschuhe in einem Bahnabteil gefunden zu haben. Im Prozess änderte er diese Aussage dahingehend, dass es sich nicht um ein Bahnabteil, sonder einen Wartebereich im Bahnhof Delmenhorst gehandelt habe. Auch bei dem Fahrrad verwickelte er sich in Widersprüche. Er gab an, das Rad sei ihm von einer Prostituierten geschenkt worden. Die Ermittlungen der Polizei ergaben jedoch, dass das Mountainbike in Steinfeld im Landkreis Vechta entwendet wurde. Ob allerdings vom Angeklagte, blieb fraglich.
Eindeutig festgestellt wurde von einem Sachverständigen des Landeskriminalamts in Hannover, dass der beim Angeklagten gefundene Schraubendreher für den Einbruch in Brettorf verwendet wurde. Er konnte sowohl am Werkzeug als auch an den von den ermittelnden Beamten gesicherten Einbruchsspuren aus dem Wohnhaus in Brettorf Übereinstimmungen nachweisen.
Auch wenn sich der Angeklagte an allen drei Verhandlungstagen nicht zur Anklage äußerte, wertete das Gericht seine polizeilichen Aussagen zum Schraubendreher und Fahrrad als Schutzbehauptungen. Straferschwerend sahen die Richter das lange Vorstrafenregister. 13 Eintragen verzeichnet das Bundeszentralregister. Als 15-Jähriger wurde er das erste Mal verurteilt. Die letzte Haftstrafe, sechs Jahre, sitzt der 45-Jährige derzeit in der JVA Oldenburg ab. Während dieser Haft gab es zwei weitere Verurteilungen wegen Beleidigung und Körperverletzung.
Nach dem heutigen Urteil dürfte sich seine Entlassung um weitere zwei Jahre und sechs Monate verschieben. Das Gericht entsprach mit dem Urteil dem Antrag des Staatsanwalts.

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