Wildeshauser Wirtschaftsgeschichten

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Neues Buch von Alfred Panschar und Heinrich Boning

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Vor einem halben Jahrhundert war die Stadt an der Hunte reich gesät an gastronomischen Betrieben. 1960 verzeichnet das Adressbuch der Stadt Wildeshausen 42 Gasthöfe und Cafés. Gleich vier von ihnen sind im „Wildeshausen Lied“ verewigt, das jedes Jahr zum Gildefest aus vielen Kehlen erklingt. Doch von der gastronomischen Vielfalt ist wenig übrig geblieben, viele Kneipen und Gasthöfe sind aus dem Stadtbild verschwunden.
Alfred Panschar und Heinrich Boning erinnern mit ihrem neuen Buch „Sie ließen keine Gelegenheit aus“ an diese Blütezeit Wildeshauser Gesellschaftslebens. Am Donnerstagmorgen stellten sie ihr Werk in der Gildebuchhandlung von Peter Gebhardt vor.

Alfred Panschar (rechts) und Heinrich Boning stellten jetzt ihr neues Buch über das Wildeshauser Wirtschaftsleben vor. Foto: msi
Alfred Panschar (rechts) und Heinrich Boning stellten jetzt ihr neues Buch über das Wildeshauser Wirtschaftsleben vor. Foto: msi

Heinrich Boning (79) erzählte dabei von seinen eigenen Erlebnissen nach dem Krieg, als der „Lindenhof“ der Mittelpunkt des Lebens war. „Im Saal über dem Lindenhof trafen sich damals die Britischen Besatzungssoldaten“, erinnerte Boning. Während diese Veranstaltungen für die Wildeshauser Mädchen eine willkommene Abwechslung mit Zigaretten und Schokolade waren, trafen sich die Männer im Lindenhof Lokal. „Aber die Wildeshauser waren nicht dumm. Die legten eine Leitung von den Bierfässern im Saal in die Gaststube und tranken mit vom Bier, das den Briten geliefert wurde“, erzählte Boning.
Wirtin Marianne Rigbers erwies sich schon früh ihr Marketinggespür. Im Zimmer hinter dem Lokal stellte sie eine Zinkwanne auf zwei Stühle und bot den Kindern dort Waldmeisterbrause an. „Das hat geholfen, meine Zuneigung zum Lindenhof zu fördern“, betonte Boning.
Erinnerungen pflegt er auch an Willi Wolters vom gleichnamigen Hotel. Von jenem hätte er das richtige Benehmen gelernt.
Bereits 2010 entstand die Idee zu dem Buch. Alfred Panschar, das über ein reichhaltiges Archiv mit Bildern und Aufnahmen aus allen Epochen Wildeshausen verfügte, suchte in seinem Fundus die passenden Aufnahmen zusammen, blätterte in unzähligen Fotoalben alter Wildeshauser und förderte dabei manches Schätzchen zu Tage.
Heinrich Boning steuerte die Textpassagen bei, handschriftlich wohlgemerkt. „Ich musste die Texte dann am Computer ins Deutsche übersetzen“, flachste Alfred Panschar.
Erhältlich ist das neue Buch zum Preis von 19,90 Euro in der Gildebuchhandlung und in der Buchhandlung bökers am Markt.
Am Mittwoch, 16. September wird Heinrich Boning zusammen mit Alfred Panschar in der Gildebuchhandlung aus dem unterhaltsamen Buch lesen. Viele Wildeshausen könnten sich dann an ihre Zeit in den Wildeshauser Gasthöfen erinnert fühlen. Die Lesung beginnt um 19.30 Uhr, der Eintritt ist frei.

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Kommentare

Kommentar von panschar alfred |

hallo martin
Hervorragender Bericht. Sehr schönes Foto. Du hast aus ein Paar alte Gesichter das beste herausgeholt.
alfred

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