Zuviel Weihrauch schwärzt den Heiligen

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Bei der Übergabe der Amtsgeschäfte des Bürgermeisters fehlte der Realitätssinn

Wildeshausen. Dr. Kian Shahidi ist offiziell noch bis zum 31. Oktober Bürgermeister der Stadt Wildeshausen und damit Bürgermeister aller Bürgerinnen und Bürger. Das hatte er in den vergangene Monaten immer wieder betonte. Am Freitagabend gab es jedoch bereits die Übergabe der Amtsgeschäfte an seinen Nachfolger Jens Kuraschinski. Kuraschinski, bisher Allgemeiner Vertreter Shahidis, war am 15. Juni zum neuen Bürgermeister der Kreisstadt gewählt worden.

Prosteten sich bei der Amtsübergabe zu: Jens Kuraschinski mit Ehefrau Bettina Siemer sowie Claudia und Kian Shahidi (von links). Bild: Martin Siemer
Prosteten sich bei der Amtsübergabe zu: Jens Kuraschinski mit Ehefrau Bettina Siemer sowie Claudia und Kian Shahidi (von links). Bild: Martin Siemer

An der Feierstunde im historischen Rathaussaal nahmen zahlreiche Vertreter aus Politik und Verwaltung, Bürgermeisterkollegen der Nachbargemeinden und Repräsentanten von Kirchen, Vereinen und Organisationen teil.

Vier handverlesene Laudatoren warfen in ihren Grußworten einen ungemein positiven Blick auf die fast achtjährige Amtszeit Shahidis. Was in allen Redebeiträgen fehlte, war die kritische Reflektion auf die Amtszeit und der Hinweis, das Erfolge und Misserfolge gleichermaßen von Shahidi als Chef der Verwaltung und vom Rat gemeinsam zu verantworten sind.

Wolfgang Däubler (links) händigte Kian Shahidi den Entlassungsurkunde aus, für Jens Kuraschinski gab es die Ernennungsurkunde. Beide sind jedoch erst auf den 31. Oktober bzw. 1. November datiert. Bild: msi
Wolfgang Däubler (links) händigte Kian Shahidi den Entlassungsurkunde aus, für Jens Kuraschinski gab es die Ernennungsurkunde. Beide sind jedoch erst auf den 31. Oktober bzw. 1. November datiert. Bild: msi

Wolfgang Däubler, einer der stellvertretenden Bürgermeister Wildeshausen, nutzte für seinen Rückblick ein Zitat des ehemaligen Gewerkschafters Klaus Zwickel. „Neue Meere kann man nur entdecken, wenn man den Mut hat, den Hafen zu verlassen.“ Er verglich Wildeshausen im einem solchen Schiff und Kian Shahidi als dessen Kapitän. Den Hafen zu verlassen, gestaltete sich zu Beginn dessen Amtszeit schwierig, erinnerte Däubler. „Die Hafenausfahrt war blockiert“, sagte Däubler in Anspielung auf die Zwistigkeiten zwischen Shahidi uns Teilen des damaligen Rates.

Gewohnt humorvoll sprach Kriminaldirektor Günter König-Kruse, Leiter der Zentralen Kriminalinspektion Oldenburg, als Vertreter der in Wildeshausen ansässigen Behörden. König-Kruse leitete zurzeit des Amtsantritts das Polizeikommissariat Wildeshausen.

Kian Shahidi (rechts) hängte Jens Kuraschinski symbolisch schon mal die Bürgermeisterkette um. Offiziell tragen wird Kuraschinski sie erst nach seinem Amtsantritt am 1. November. Bild: msi
Kian Shahidi (rechts) hängte Jens Kuraschinski symbolisch schon mal die Bürgermeisterkette um. Offiziell tragen wird Kuraschinski sie erst nach seinem Amtsantritt am 1. November. Bild: msi

Lob gab es auch von Thomas Trüper als Vertreter der Wildeshauser Schulen. Der Leiter der Förderschule Hunteschule berichtete von seiner ersten Begegnung mit Shahidi und den sich daraus ergebenden positiven Erfahrungen.Als vierte im Bunde bedauerte Brigitte Ottilie Kaiser, Vorsitzende des Wildeshauser Frauenvereins, dem Entschluss des Bürgermeisters, nicht für eine weitere Amtszeit zu kandidieren.

Shahidi selbst vermied es in seiner Rede weitgehend, alte Wunden aufzureißen. „Ich habe damals auch denen Gespräche angeboten, die mich nicht gewählt haben. Doch schien bar saß der Stachel der Niederlage des eigenen Kandidaten so tief, das diese Gespräche nicht stattfanden“, blickt Shahidi nur kurz zurück. Seinen Nachfolger Jens Kuraschinski wünschte Kian Shahidi, dass es diesem gelingen möge, die Zusammenarbeit im Rat noch weiter zu vertiefen und dem Rat die Verwaltung als Partner zu vermitteln.

Kuraschinski freute sich auf sein neues Amt und kündigte einen offenen Umgang mit dem Rat, mit Mitarbeitern und mit den Bürgern der Stadt an. Er wird am 1. November offiziell das Amt des Bürgermeisters antreten. Die Bürgermeisterkette überreichte ihm sein Vorgänger symbolisch schon am Freitagabend.

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