Kulturpavillon entzweit das Golddorf

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Dötlingen Stiftung sieht sich einigen Anfeindungen ausgesetzt

Von Martin Siemer

Dötlingen. Als Dötlingen, das Künstlerdorf an der Hunte, im Jahr 2011 den Titel im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ gewann, da war der Jubel über den Erfolg grenzenlos. Von dem Gemeinschaftserfolg scheint allerdings im Moment wenig übrig geblieben zu sein. Anders sind die Querelen um das geplante „Haus der Begegnungen“ der Dötlingen Stiftung kaum zu verstehen. Ganz Dötlingen ist für dieses Vorhaben. Ganz Dötlingen? Nein, im Kernort der Gemeinde gibt es eine kleine Initiative, die vehement dagegen ankämpft.
Der Dötlinger Detlef Knechtel hatte der Stiftung 1,5 Millionen Euro gespendet, mit der Maßgabe, eben ein solches Haus der Begegnungen für alle Dötlinger zu errichten.
Seit dem die Stiftung das Projekt publik machte, gibt es zwei Lager in der Gemeinde des Golddorfes. Viele begrüßen das Vorhaben, doch die Initiative „Aktive Bürgerbeteiligung Jetzt“ sammelt unverdrossen Unterschriften dagegen.
Viele falsche oder halb richtige Informationen sind im Umlauf. Am Donnerstag informierte die Dötlingen Stiftung in der Müller-vom-Siel-Kate über das Projekt. „Wir planen eine Begegnungsstätte für alle Bürgerinnen und Bürger“, sagte Harald Meyer vom Stiftungsbeirat. Vorgesehen ist eine vielfältige Nutzung, ganz im Sinne des Spenders. Das Konzept der Stiftung sieht unter anderem Mal- und Lesewettbewerbe für Schülerinnen und Schüler vor, oder auch Veranstaltungen der Dötlinger Schulen oder der Musikschule des Landkreises Oldenburg. Für das erwachsene Publikum könnte es Konzerte, Kabarett, Lesungen oder Theatergastspiele geben. Auch Seminare sind in dem multifunktional zu nutzenden Gebäude denkbar.
Eine Absage hingegen erteilten die Stiftungsverantwortlichen jedoch privaten Feiern. „Wir wollen auch keine Konkurrenz zu örtlichen Gastronomie sein, sondern mit dieser zusammenarbeiten“; betont Meyer.

Thea Freiberg, Gertie Essing, Harald Meyer und Anke Spille (von links) mit einem Vorentwurf des geplanten Dötlinger Haus der Begegnungen. Foto: Martin Siemer

Thea Freiberg, Gertie Essing, Harald Meyer und Anke Spille (von links) mit einem Vorentwurf des geplanten Dötlinger Haus der Begegnungen. Foto: Martin Siemer


Konkrete Entwürfe für das Gebäude gibt es noch nicht, der Vorentwurf sieht jedoch eine Nutzfläche von 370 Quadratmetern im Erdgeschoss und 170 Quadratmetern im Keller vor. Dort sind auch die sanitären Anlagen geplant. Ein behindertengerechtes WC wird im Erdgeschoss eingerichtet. Im Kellerbereich könnten auch die zahlreichen Kunstexponate der Stiftung gelagert werden, die derzeit aus Platzgründen teilweise auswärts untergebracht sind. Das Gebäude wird zudem mit einem Fahrstuhl versehen. Im Veranstaltungsbereich ist eine versenkbare Bühne vorgesehen.
Die Gemeinde Dötlingen stellt für das Vorhaben eine Fläche am Dorfgarten in Dötlingen zur Verfügung. Folgekosten für den Betrieb und Unterhalt des Hauses fallen für die Gemeindekasse nicht an. Das betonten die Verantwortlichen der Stiftung.
Unverständnis zeigen die Selbstverantwortlichen für das Verhalten der Initiative „Aktive Bürgerbeteiligung Jetzt“. „Wir haben zwei Mal versucht, mit der Initiative ins Gespräch zu kommen, leider vergeblich.“ Auch ein von der Gemeinde Dötlingen initiiertes Gespräch mit Bürgermeister, Stiftung, Initiative und Vertretern des Gemeinderates wurde jetzt abgesagt. Seitens der Initiative werden andere Verwendungsmöglichkeiten für den gestifteten Millionenbetrag gesehen, auch in Kenntnis der Vorgabe des Stifters, das Geld zweckgebunden für einen Neubau in Dötlingen zu nutzen, der allen Bürgerinnen und Bürgern zugutekommt. „Ich habe auf einer Versammlung gesagt, dass die Alternative wäre, das Geld nicht anzunehmen und keinen Neubau zu errichten. Darauf gab es allerdings auch keine Reaktionen“; erklärte Eckehard Hautau vom Stiftungsbeirat.
Auch den Vorwurf, es werde alles nicht öffentlich beraten, weist die Stiftung zurück. „Wir haben bereits zwei Informationsveranstaltungen gehabt. Und die Bürgerinnen und Bürger können bei der der kommenden Bauleitplanung ihre Stellungnahmen abgeben“, sagte Gertie Essing vom Vorstand der Stiftung. Für das Vorhaben muss ein neuer Bebauungsplan aufgestellt werden.
Die Stiftung will innerhalb der kommenden drei Wochen nochmals über das Vorhaben informieren und geht damit erneut einen Schritt auf die Kritiker zu.

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