Hinweise auf 24 weitere Mordopfer

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Ermittlungen im Fall Niels H. stehen vor dem Abschluss

Oldenburg/Wildeshausen (msi/pol/sta) Der wegen fünffachen Mordes verurteilte Krankenpfleger Niels H hat vermutlich 24 weitere Menschen umgebracht. Das ist das vorläufige Ergebnis der Exhumierungen, die seit dem vergangenen Jahr von Staatsanwaltschaft und Sonderkommission Kardio in Auftrag gegeben wurden. Mehr als 80 Gräber wurden inzwischen geöffnet, auch auf dem Wildeshauser Friedhof.
„Das Ergebnis von 77 Exhumierungen liegt nunmehr vor. In 24 Fällen konnte der Wirkstoff „Ajmalin“ nachgewiesen werden“, teilten Staatsanwaltschaft und Sonderkommission heute mit. Die toxikologischen Untersuchungen von Gewebeproben aus sieben weiteren Exhumierungen dauern zurzeit noch an.
Bei den genannten Fällen konnte der Wirkstoff „Ajmalin“ nachgewiesen werden, obwohl die Patienten bis zum ihrem Tod nicht mehr mit dem Medikament Gilurytmal behandelt wurde. Niels H. Hatte diese Medikament unberechtigt verabreicht, um sich bei den sich daraus ergebenden Notfallsituationen hervortun zu können.
Die Angehörigen der Verstorbenen seien über die Ergebnisse der Untersuchungen bereits informiert worden, heißt es in der gemeinsamen Presseerklärung von Staatsanwaltschaft und Polizei.
Mittlerweile ist auch die medizinische Begutachtung von Krankenakten am Klinikum Delmenhorst abgeschlossen. Hier hatte Niels H. als Krankenpfleger gearbeitet. Aus den Ergebnissen wird es es Ende Mai weitere Exhumierungen geben, teilten die Ermittlungsbehörden mit. Die toxikologischen Untersuchungen sollen Mitte Juni abgeschlossen sein. Dann wollen Staatsanwaltschaft und Polizei detailliert über die Ergebnisse berichten.

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