Wenn der Schulbus nicht rundläuft

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Probleme bei der Schülerbeförderung zum Schuljahresbeginn

Von Martin Siemer

Landkreis. Seit knapp einer Woche herrscht wieder der Alltag an den Schulen im Landkreis. Mit Beginn des Schuljahres gab es auch eine Änderung bei den Schulbusverkehren. Seit dem 1 August sind die Verkehrsbetriebe Oldenburger Land (VOL) für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) auf der Straße verantwortlich und damit auch für die Schülerbeförderung. Trotz langer Vorbereitungsphase läuft die Beförderung jedoch nicht reibungslos. Besonders an der Waldschule Hatten in Sandkrug gibt es erhebliche Probleme.
Am Dienstagnachmittag informierte der Landkreis Oldenburg über die aktuelle Situation. Maik Ehlers, Leiter des Schulamts des Landkreises, räumte die Fehler unumwunden ein. „Nach unseren heutigen Erkenntnissen liegt es unter anderem daran, dass es für die Verkehre zu und von der Waldschule viele Anknüpfungspunkte und Anschlussrelevanzen gibt.“ So fahren auf einer Linie mehrere Busse, aber auf unterschiedlichen Routen. Dadurch kann es vorkommen, dass eine Schülerin oder ein Schüler in einem Fahrzeug sitzt, welches nicht die heimatliche Haltestelle anfährt. Auch gab es wiederholt Kapazitätsproblem, so das Schüler an der Haltestelle zurückgelassen worden. „In diesen Fälle haben wir aber schnell reagiert“, sagte VOL-Geschäftsführer Leo Wilmering.
Völlig unterschätzt hat die Verwaltung, dass die Schülerinnen und Schüler, egal welchen Alters, bei den Bussen nicht auf die Liniennummer achten. Vielmehr hätten sie sich im Laufe der Jahre ihren Bus mit der eindeutigen Farbe und dem bekannten Busfahrer eingeprägt. Waren die Fahrzeuge früher blau oder rot, verkehrt das neue Unternehmen VOL einheitlich mit gelben Bussen. „Wir werden jetzt kurzfristig reagieren und die Busse an der Waldschule zusätzlich kennzeichnen“, kündigte Ehlers an.
Außerdem wird die VOL eine große Schulbuslinientafel erstellen, die in der Schule installiert wird und an der sich die Schülerinnen und Schüler orientieren können.
Eine direkte Information der Eltern vor den Ferien über den Wechsel des Betreibers hat es nach Auskunft Ehlers nicht gegeben.
„Die Schülerbeförderung muss schnellstmöglich zu 100 Prozent laufen“, nannte Reiner Bick, stellvertretender Geschäftsführer des Zweckverbandes Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN), das Ziel.
Das Phänomen tritt allerdings offenbar nur an der Waldschule auf, obwohl Schulleiterin Silke Müller im Vorfeld auf die möglichen Schwierigkeiten hingewiesen hatte. „In der ersten Schulwoche hat sich unsere Schulsekretärin zwischen 7 und 9 Uhr fast ausschließlich um Schülerinnen und Schüler gekümmert oder sich mit deren Eltern auseinandergesetzt. Das ist ziemlich nervenaufreibend“, sagte Müller.
Doch auch an anderer Stelle kneift es noch im Linienverkehr. Auf der Linie 270, dem “Huntesprinter“ von Wildeshausen nach Oldenburg, kommt es relativ häufig zu Verspätungen, teilweise bis zu 40 Minuten, berichtete Stefan Bendrien vom ZVBN. Aber auch dort sei man dabei, die Ursachen zu ergründen und abzustellen. Möglich wäre es zum Beispiel, sowohl in Wildeshausen als auch in Oldenburg jeweils ein zusätzliches Fahrzeug zu stationieren, welches bei Verspätungen dann zumindest die nächste pünktliche Abfahrt garantiert.
„Es läuft aber von Tag zu Tag besser“, betonte Leo Wilmering. 52 Busse hat die VOL für den ÖPNV im Landkreis Oldenburg im Einsatz, ein Großteil davon moderne Niederflurbusse.
Beschwerden oder Anmerkungen zum Schulbusverkehr nimmt Oliver Zilski vom Landkreis Oldenburg unter der Telefonnummer 04431 / 85294 oder per E-Mail an schuelerbefoerderung@oldenburg-kreis.de entgegen.

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