Burgbergdenkmal bleibt im Dunkeln

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Beleuchtungskonzept für Ehrenmal dreht Ehrenrunde

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Ein mal im Jahr, zum Gildefest, ist der Burgberg an der Burgwiese einer der Veranstaltungsmittelpunkte. Dort findet die große Auftaktveranstaltung statt. Ansonsten fristete die Erhebung mit dem Ehrenmal ein eher bescheidenes Dasein. Zumeist treffen sich Jugendliche dort. Am Wochenende gerne auch, um ausgiebig zu feiern. Danach finden sich dann regelmäßig Unmengen am Müll und Unrat. Auch muss das Ehrenmal immer wieder für Farbschmierereien herhalten. Und für die Verewigung von Liebeserklärungen oder anderer Botschaften. Außerdem gibt es im Umfeld de Burgbergs offenkundig einen regelmäßigen Drogenhandel.

Dem unschönen Treiben kommt zu Gute, dass die Beleuchtung des Burgbergs seit geraumer Zeit immer wieder defekt ist. „Die vorhandenen Strahler wurden zweimal mit Farbe besprüht, zerstört und verdreht“, hatte Manfred Meyer, Baudezernent der Stadt Wildeshausen im zuständigen Fachausschuss ausgeführt. Und Meyer rechnet damit, dass sich dies auch in Zukunft wiederholen wird.

Die UWG-Fraktion im Stadtrat hatte beantragt, die Beleuchtung auf dem Burgberg und am Denkmal wieder in Betrieb zu nehmen. Die Fraktion hatte für ihren Antrag unter anderem die Anregung der Wildeshauserin Susanne Heger aufgegriffen. Heger hatte 2018 eine private Reinigungsaktion organisiert, bei der das verdreckte und mit Farben beschmierte Denkmal gereinigt wurde. Doch nur kurze Zeit später fanden sich erneut Graffiti auf dem Denkmal. Heger schlug deshalb vor, für mehr Beleuchtung zu sorgen und damit dem Geschehen Einhalt zu gebieten.

Die Stadtverwaltung hatte den Antrag der UWG aufgegriffen und ein eigenes Beleuchtungskonzept angeregt. Der zuständige Fachausschuss debattierte das Thema vor kurzem intensiv. Denn während die UWG eine schnelle Instandsetzung der Beleuchtung und die Installation zusätzlicher, vandalismussicherer Strahler plädierte, möchte die Stadtverwaltung zunächst die Meinung von Experten einholen. Seitens der Verwaltung wird die Befürchtung gehegt, das auch die neuen Strahler schneller wieder mit Farbe besprüht oder beschädigt werden. Sie hatte vorgeschlagen, auf dem Burgberg zwei zusätzliche, vier Meter hohe Lichtmasten zu installieren.

Rainer Kolloge (UWG) wollte zumindest an den vorhandenen Lichtmasten entlang der Wittekindstraße zusätzliche Strahler installiert wissen. „Ich glaube nicht, dass direkt an der Straße jemand auf einen vier Meter hohen Lichtmast kletter“, schob er Bedenken der Verwaltung beiseite. Kollege hatte auch einen zusätzlichen Beschnitt der Bäume auf dem Burgberg angeregt, um so den Schattenwurf der Strahler zu vermindern. Auch Sprecher anderer Fraktionen im Ausschuss befürworteten eine schnelle Umsetzung der kompletten Beleuchtung des Burgbergs und des Ehrenmals.

Fiel der Beschluss im Fachausschuss noch einstimmig bei einer Enthaltung aus, kippte der nicht öffentlich tagende Verwaltungsausschuss die Entscheidung. Offenbar hatte die Stadtverwaltung nochmals intensiv auf ihre Bedenken hinsichtlich einer möglichen Zerstörung der neuen Beleuchtungseinrichtungen hingewiesen. Es sollen jetzt zunächst Gespräche mit den Stadtwerken Bremen (SWB) geführt werden. Diese rüstete derzeit im Rahmen eines Beleuchtungsvertrages die gesamte öffentliche Beleuchtung der Stadt Wildeshausen auf energiesparende LED-Leuchten um. Die Fachleute der SWB sollen die Stadt nun auch hinsichtlich vandalismussicherer Leuchten für den Burgberg und das Ehrenmal beraten.

Der Fachausschuss wird sich während einer der kommenden Sitzungen deshalb erneut mit dem Thema befassen. Wann diese Sitzung stattfindet, ist angesichts der derzeitigen Situation der Corona-Pandemie völlig offen. Es ist deshalb unwahrscheinlich, dass die Beleuchtung für den Burgberg noch in diese Jahr umgesetzt wird. Lichtscheue Gestalten können deshalb wohl auch auf absehbare Zeit ihr Unwesen rund um das Ehrenmal treiben. Auch während der derzeitigen Kontaktsperre wegen der Corona-Ausbreitung gab es am Wochenende immer wieder Partys auf dem Burgberg. Polizei und Ordnungsamt der Stadt Wildeshausen sind offenbar nicht immer präsent, um dies zu unterbinden.

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