Das Ende der Weihnachtsäume

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Tannenbaumsammelaktionen in Harpstedt und Wildeshausen

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Wenn ein große schwedisches Möbelhaus zum Jahresanfang “knut“ feiert, dann fliegen ausgediente Weihnachtsbäume hochkant aus dem Fenster. Das ist nicht nur gefährlich, sondern verstopft auch die Straßen. In Harpstedt und Wildeshausen sind deshalb seit Jahren viele freiwillige, ehrenamtliche Helfer damit beschäftigt, die Weihnachtsbäume zu fachgerecht entsorgen.
Am Sonnabend fanden wieder die alljährlichen Tannenbaumaktionen statt. Im Flecken Harpstedt nahmen die „Harpstedter Bürgerschützen von 1509“ auf dem Marktplatz die ausgedienten Christbäume entgegen.
„Im Einsatz waren heute Bürgerschützen aus allen vier Rotts, insgesamt 45 Helfer“, berichtete Bernd Volkmer vom Offizierskorps. Cheforganisator war in diesem Jahr Andreas „Pimo“ Wehrenberg, Korporal des 2. Rotts.

Am Westring in Wildeshausen nahmen Maik Sander, Marc Depken, Lena Depken und Frank Varnhorn von der Feuerwehr Düngstrup die ausgedienten Weihnachtsbäume entgegen. Foto: Martin Siemer

Auf dem Marktplatz vor der Christuskirche hatten die Bürgerschützen schweres technisches Gerät aufgebaut. Peter und Jan Bode, Geschäftsführer des Garten- und Landschaftsbauunternehmens Knolle, stellten einen großen Häcksler zur Verfügung, mit dem die Weihnachtsbaum in einen großen Container geschreddert wurden. Den wiederum hatte die Firma Skrotzki auf den Marktplatz transportiert. 485 Bäume wanderte auf diese Bäume in den Kompost, fünf mehr als im vergangenen Jahr.
Die Harpstedter waren froh darüber, ihren Tannenbaum auf so einfache Weise entsorgen zu können. “Viele Bürger haben deutlich mehr gegeben als die obligatorischen zwei Euro“, freute sich Volkmer. Der Hof Witte aus Wohlde, der in jedem Jahr zahllose Weihnachtsbäume in die Region verkauft, sponserte die Aktion mit 50 Cent je angelieferten Tannenbaum
Freuen können sich auch die Harpstedter Kinder. Denn der Erlös der gesamten Aktion kommt dem Kinderschützenfest beim Bürgerschützenfest zugute.
Weil so viel Arbeit auch hungrig macht, sorgten die Frauen des 2. Rotts für ein herzhaftes Frühstück, dass Torsten Lestin von der Firma Computer & Business spendierte.
In Wildeshausen kümmerten sich Stadtbrandmeister Helmut Müller und der stellvertretende Ortsbrandmeister Conrad Kramer um das leibliche Wohl der Feuerwehr- und Jugendfeuerwehrleute. Sie lieferten heiße Getränke, Würstchen und Hot Dogs.
An gleich sechs Standorten warteten Feuerwehrleute auf die angelieferten Weihnachtsbäume. Seit Jahren schon ist die Tannenbaumaktion eine Gemeinschaftsaufgabe der Feuerwehren Wildeshausen, Düngstrup und der Jugendfeuerwehr Wildeshausen.
Am Westring nahmen Lena Depken, Marc Depken, Maik Sander und Frank Varnhorn von der Feuerwehr Düngstrup die Bäume entgegen. So wie den von Armgard Hoge, die ihren Christbaum mit der Schiebkarre anlieferte. „Der lag schon einige Tage im Garten, nachdem wir ihn abgeschmückt hatten“, erzählte sie. Auch sie zahlte einen höheren Obolus als den vorgesehenen einen Euro. Zur Mittagszeit stapelten sich in dem großen Container bereits mehr als 125 Bäume. Wildeshausens Ortsbrandmeister Hermann Cordes fiel erneut die Aufgabe zu, die vollen Container mit einem Lkw auszutauschen und zum Hof der Firma Remondis zu transportieren, wo sie geschreddert werden.
Frank Varnhorn war mit dem Zulauf ganz zufrieden. Einzig an der Versorgung übte er leichte Kritik. „Den ersten Kaffee gab es erst um halb zwölf“, frotzelte er und lachte dabei. Zu Glück hatte Lena Depken aber einen selbstgebackenen Kuchen mitgebracht.
Am Schulzentrum Humboldtstraße war eine generationsübergreifende Gruppe der Feuerwehr Wildeshausen im Einsatz. Herbert Harms, Claus Windeler, Enno Schröder und Klaus Winkler aus der Seniorenabteilung wurden von Jugendfeuerwehrleuten unterstützt. Auch in ihrem Container fanden sich weit mehr als 100 Bäume.
Es gab allerdings auch einige Mitbürger, denen offensichtlich der eine Euro Entsorgungsgebühr zu viel war. „Wir hatten heute Mittag einen schwarzen Pkw, der in die Humboldtstraße einbog, die Tür öffnete und den Baum einfach auf den Bürgersteig fallen ließ“, berichtete Klaus Winkler.
Am späten Nachmittag hatte Stadtbrandmeister Helmut Müller insgesamt 861 entsorgte Weihnachtsbäume auf seiner Liste. Rund 70 Bäume mehr als im vergangenen Jahr. Eigentlich eine stattliche Anzahl. Doch bei 20.000 Einwohner und entsprechend vielen Haushalten müssten es eigentlich zwischen 1500 und 2000 Bäume sein, rechnete Müller hoch.
Der gesamte Erlös kommt der Arbeit den beiden Feuerwehren und der Jugendfeuerwehr zugute.

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