Die Situation bleibt angespannt

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COVID-19 Infektionen / Erstes Todesopfer aus dem Landkreis Oldenburg

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Die Zahl der Infektionen mit COVID-19 im Landkreis Oldenburg ist am Montagnachmittag unverändert. „Wir sind auf dem Stand vom Sonntag“, sagte Oliver Galeotti, Pressesprecher des Landkreises Oldenburg auf Nachfrage unserer Zeitung. Aktuell gibt es 108 infizierte Einwohnerinnen und Einwohner im Landkreis, von denen 14 bereits als genesen gelten. Damit sind zurzeit 94 Menschen mit dem Virus Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert.

Unter ihnen auch die 23 Bewohnerinnen und Bewohner der Seniorenresidenz Atrium am Wall in Wildeshausen. Bei 17 der 44 Mitarbeitenden der Residenz wurde die Virusinfektion ebenfalls nachgewiesen. Ein 89-Jähriger Bewohner des Atriums verstarb am Montag. „Zu schwersten Vorerkrankungen, die eine deutlich höhere Anfälligkeit bedeuten, kam nun eine Infektion mit dem Coronavirus hinzu“, teilte der Landkreis Oldenburg in einer Presseerklärung mit. Auf Covid-19 hinweisende akute respiratorische Symptome seien zuvor nicht festgestellt worden. „Wir sind sehr traurig über diese schreckliche Entwicklung. Unser tiefes Mitgefühl gilt in diesen Stunden den Angehörigen des Verstorbenen“, sagt Landrat Carsten Harings.

Bei den 94 Erkrankten handelt sich um Patienten aus den Gemeinden Ganderkesee (8), Dötlingen (4), Hude (16), Hatten (5), Großenkneten (2) und Wardenburg (18) sowie der Stadt Wildeshausen (41). In der Samtgemeinde Harpstedt gibt es keine aktuell Erkrankten. Hier zählt die Statistik zwei Genesene. Weitere Genesene verteilen sich auf Wardenburg (5), Ganderkesee (4), Wildeshausen (2) und Hude (1).

Nach dem die Testergebnisse aus der Senioreneinrichtung am Sonntag vorlagen, wurden umgehend die gesunden Bewohner von den Erkrankten getrennt. So verbleiben Bewohner mit positivem Covid-19-Ergebnis in ihren Zimmern und werden von ebenfalls positiv getesteten Mitarbeitern versorgt. „Die negativ getesteten Bewohner wurden in Einzelzimmer untergebracht, die sie für zwei Wochen nicht verlassen dürfen. Sie werden von negativ getesteten Mitarbeitern versorgt“, teilte der Landkreis Oldenburg am Sonntagnachmittag mit. Dadurch werde eine strikte Trennung in der Einrichtung vollzogen.

Bewohner der Seniorenresidenz mit einem positiven COVID-19 Ergebnis bleiben in ihren Zimmern und werden dort komplett versorgt. Diese Versorgung erfolgt von ebenfalls positiv getesteten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, deren Gesundheitszustand es ihnen ermöglicht zu arbeiten. „Für diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gibt es eine Ausnahmegenehmigung zur häuslichen Quarantäne für die Arbeitszeit in unserem Hause“, erklärte Thomas Münch, Geschäftsführer der Seniorenresidenz. Die Versorgung der infizierten Bewohner sei so relativ leicht sicherstellen.

Das Gesundheitsamt ermittelte in detailreicher Arbeit die Kontaktpersonen der Infizierten. „Die Angehörigen und andere Kontaktpersonen der positiv getesteten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter befinden sich in häuslicher Quarantäne“, erklärte Galeotti. Ein Test dieser Personen erfolge gemäß den Richtlinien des Robert-Koch-Instituts (RKI) erst bei erkennbaren Krankheitssymptomen.

Lob hat Münch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Atriums. „Unsere Mitarbeiter legen ein professionelles Verhalten an den Tag und sind nicht in Panik ausgebrochen, so dass wir auch aus diesem Grund weiterhin eine gute Versorgung der Bewohner sicherstellen können.“ Die derzeitige Situation stellt das Pflegepersonal vor besondere Herausforderungen. Denn die Bereiche der infizierten und nichtinfizierten Bewohner müssen strikt von einander getrennt werden. Das gilt sowohl für die Reinigung der Zimmer als auch für die hauseigene Wäscherei.

Wie Münch ist auch Oliver Galeotti froh, dass die Virusinfektionen zurzeit noch mit leichten Verläufen einhergehen. Gleichwohl wird die Entwicklung intensiv beobachtet. Denn in der Kreisverwaltung und im Gesundheitsamt des Landkreises ist man sich bewusst, dass sich die Lage von heute auf morgen dramatisch ändern kann, nicht nur in der Seniorenresidenz Atrium am Wall in Wildeshausen. Immerhin gibt es im Landkreis gleich mehrere Senioren- und Pflegeeinrichtungen, die ein potenzielles Gefährdungspotenzial aufweisen. Auch wenn die Besuche durch Angehörige der Bewohner schon seit geraumer Zeit ausgesetzt sind.

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