Diskostern taumelte schon seit langem

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Unterschiedliche Ansichten ehemaliger Gesellschafter über den Niedergang der Fun Factory

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Die Meldung, dass in der Wildeshauser Großdiskothek Fun Factory am 12. Dezember für immer die Lichter ausgehen, schlug am Mittwoch wie eine Bombe ein. In allen Medien und auf den Sozialen Netzwerken war das Aus des einstigen Diskoflaggschiffs präsent. Franz Ossenbeck, Eigentümer der Immobile der Diskothek und 1995 einer der drei Mitbegründer der ersten Betreibergesellschaft, erhob dabei gegenüber Medienvertretern schwere Vorwürfe gegen den Wildeshauser Getränkegroßhändler Nordmann. Nordmann war bis Oktober 2014 an der Fun Factory beteiligt. „Die eigentlichen Verantwortlichen sitzen in Wildeshausen an der Bargloyer Straße“, sagte Ossenbeck. Roland Damme, Geschäftsführer bei Nordmann, wies die Anschuldigungen zurück.

Der Aus der Diskothek Fun Factory war offensichtlich lange absehbar. Foto: Martin Siemer
Der Aus der Diskothek Fun Factory war offensichtlich lange absehbar. Foto: Martin Siemer

Nordmann hatte gemeinsam mit Bruns entschieden, die eigenen Anteile und die Anteile des Mitgesellschafters Thorsten Bruns im Oktober 2014 an Rejhan Muric zu verkaufen. „Muric hatte in der Branche einen guten Ruf, er war bekannt aus dem Retro in Delmenhorst und hat nicht nur dort bewiesen, dass er kränkelnde Diskotheken wieder zum Leben bringen kann“, so Damme. Muric scheiterte mit dem Versuch, der Fun Factory neues Leben einzuhauchen. Wohl auch, weil er mit der Übernahme der Betreibergesellschaft Fun Entertainment GmbH erhebliche Verbindlichkeiten erbte.

„Als wir der Fun Factory im Jahr 2011 unter die Arme gegriffen haben, stand die Diskothek am Scheideweg“, sagte Roland Damme gegenüber Die Hunte. Ein hoher sechsstelliger Eurobetrag an Verbindlichkeiten hätte damals auf dem Betrieb gelastet. „Wir wollten Thorsten Bruns helfen und die Fun Factory wieder zum Erfolg bringen. Schließlich verkaufen wir Getränke.“ Bruns sei damals als Clubmanager für das operative Geschäft verantwortlich gewesen und konnte alle Entscheidungen alleine treffen. „Leider hat die Fun die Kurve nicht bekommen.“ So sind die Verbindlichkeiten in den Folgejahren weiter gestiegen.

„Als Rejhan Muric die Gesellschaft übernahm, sind wir ihm bei der Vertragsgestaltung deutlich entgegen gekommen. Wir waren bereit, auf einen signifikanten Betrag unserer Forderungen gegenüber der Fun Entertainment GmbH zu verzichten.

„Im Zuge des Anteilsverkaufes haben wir auch Herrn Ossenbeck in die Gespräche involviert und ihm den neuen Gesellschafter vorgestellt. Herr Muric hat dann mehrfach versucht, über reduzierte Pachtzahlungen zu verhandeln – leider erfolglos.“

Franz Ossenbeck wollte sich am Donnerstag nicht weiter zum Thema äußern.

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