DLRG könnte bald ohne Unterkunft sein

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Vereinsheim im ehemaligen Kindergarten Pusteblume muss bis Anfang 2018 geräumt werden

Wildeshausen (pm) – Kaum hat sich die Wildeshauser Ortsgruppe der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) aus ihrem Mitgliedertief erfolgreich wieder nach oben gekämpft, könnte ihr durch den erneuten Verlust ihres Vereinsheims die nächste schwere Krise ins Haus stehen. Zahlreiche Kaufinteressenten bemühen sich derzeit um das Gebäude des ehemaligen Stadtkindergartens an der Harpstedter Straße, in dessen Obergeschoss die DLRG seit dem Jahr 2012 untergebracht ist. Hier bot die Stadt dem Verein „Asyl“, nachdem das alte Vereinsheim im Zuge des Hallenbad-Neubaus abgerissen worden war. Die Stadt Wildeshausen hat die DLRG nun aufgefordert, die Immobilie bis Anfang 2018 zu räumen.

Anfang 2018 soll die DLRG Wildeshausen ihr Vereinsheim im ehemaligen Kindergarten Pusteblume räumen. Wo die Rettungsschwimmer dann unterkommen, ist völlig ungewiss. Foto: Martin Siemer
Anfang 2018 soll die DLRG Wildeshausen ihr Vereinsheim im ehemaligen Kindergarten Pusteblume räumen. Wo die Rettungsschwimmer dann unterkommen, ist völlig ungewiss. Foto: Martin Siemer

Dass dieses Domizil nur eine Übergangslösung sein würde, war den Rettungsschwimmern von Anfang an klar. Deswegen waren sie in den vergangenen Jahren auch nicht untätig, wenn es darum ging, andere Unterkünfte zu suchen: „Unser ursprünglicher Wunsch war es, in unmittelbarer Nachbarschaft zur Feuerwehr in die Pagenmarsch zu ziehen“, erzählt Vorsitzender Carsten Petermann. Doch allein um die dort von der Stadt angebotene Fläche überhaupt als Baugrundstück nutzen zu können, müsste ein kaum finanzierbarer Aufwand betrieben werden.
Hinzu kommt, dass der gemeinnützige Verein ein Grundstück benötigt, auf dem Vereinsheim und Fahrzeughallen Platz finden. Denn eines zeichnet sich bereits ab: Das derzeit von der Stadt zur Verfügung gestellte Grundstück samt Hallen an der Glaner Straße für Fahrzeuge und Material von DLRG und DRK soll über kurz oder lang ebenfalls veräußert werden. Die DLRG will also praktischerweise Mensch und Material unter ein Dach zu bekommen. Kein leichtes Unterfangen, so die Erfahrungen des rund 350 Mitglieder zählenden Vereins aus den zurückliegenden fünf Jahren.
Ideal wäre daher für die DLRG, zumindest für einen erneuten Übergang, das jetzige Feuerwehrhaus an der Huntestraße, das im Herbst frei wird, wenn die Brandbekämpfer in ihr neues Gebäude in der Pagenmarsch ziehen. Ein Antrag auf eine Teilnutzung des Gebäudes liegt der Stadt bereits vor.
„Ohne Vereinsheim ist ein Großteil unserer ehrenamtlichen Arbeit und damit auch der gesellschaftlichen und sozialen Aufgaben, die wir als Wasserrettungsorganisation verfolgen, kaum möglich“, betont der 2. Vorsitzende Marco Hake. Das Vereinsheim sei weit mehr als nur eine Geschäftsstelle mit Büro und Lagerraum. Hier würden ganzjährig Lehrgänge, Versammlungen und ein Teil der Nachwuchsarbeit stattfinden - vom Erste-Hilfe-Kursus über Vorstandssitzungen bis zur Übernachtungsparty der Jugendgruppe.
„Trotz einer intensiven Auseinandersetzung mit der Thematik ,Vereinsheim DLRG‘ und der sehr positiven Zusammenarbeit mit der Verwaltung der Stadt Wildeshausen, sehen wir zurzeit keine kurzfristige Lösung, die Raumproblematik aus Vereinsmitteln zu kompensieren`“, heißt es in dem Antrag an die Stadt. Als langfristige Lösung schwebt der DLRG Wildeshausen durchaus ein eigenes Grundstück mit Hallen und Vereinsheim vor. „Wir haben für diese Idee sogar schon erste Pläne anfertigen lassen, aber allein ein passendes Grundstück zu finden, ist schon schwierig genug“, bedauert Petermann.

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