40 COVID-19 Erkrankungen in Seniorenresidenz

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Seit Sonntag ist das Atrium am Wall in Wildeshausen Corona-Hotspot

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Die Ausbreitung des COVID-19 Virus hat im Landkreis Oldenburg eine neue Dimension bekommen. In der Seniorenresidenz Atrium am Wall sind von den 51 Bewohnerinnen und Bewohnern 23 positiv auf das Virus getestet worden. Bei 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wurden ebenfalls eine Infektion nachgewiesen. 23 Mitarbeitende wurden negativ getestet. Das bestätigte Thomas Münch, Geschäftsführer der Einrichtung am Sonntagnachmittag. „Wir waren eines der ersten Häuser in Deutschland, die für Besucher geschlossen hatten und haben über die letzten Wochen eine Reihe von Maßnahmen zum Schutz der Bewohner durchgeführt, die weit über die vorgegebenen Hygienemaßnahmen hinausgehen. Trotz allem ist es uns leider nicht gelungen, den Corona-Virus aus unserer Pflegeeinrichtung fernzuhalten“, schreibt Münch in einem Facebook-Eintrag.

Seit Sonntag ist das Atrium am Wall in Wildeshausen Corona-Hotspot
Seit Sonntag ist das Atrium am Wall in Wildeshausen Corona-Hotspot

Das Ergebnis der Untersuchungen lag nach seiner Mitteilung des Landkreises Oldenburg am Sonntag vor. „Bei allen Erkrankten in der Seniorenresidenz wurden bislang milde Verläufe der Infektion festgestellt“, teilte Kreissprecher Oliver Galeotti mit.

Aufgrund der Laborergebnisse vom Sonntag hat das Gesundheitsamt des Landkreises klare Anweisungen erteilt, wie jetzt weiter vorzugehen ist. Dabei steht vor allem die Versorgung der Bewohner im Vordergrund. „Bewohner mit positiven COVID-19 Ergebnis verbleiben in ihren Zimmern und werden dort komplett versorgt. Die Versorgung erfolgt von ebenfalls COVID-19 positiv getesteten Mitarbeitern, deren Gesundheitszustand es ihnen aber ermöglicht zu arbeiten. Es gibt für positiv getestete Mitarbeiter eine Ausnahmegenehmigung zur häuslichen Quarantäne für die Arbeitszeit in unserem Hause. Hierdurch lässt sich die Versorgung der infizierten Bewohner relativ leicht sicherstellen“, erklärt Münch. Die negativ getesteten Bewohner werden wiederum von negativ getesteten Mitarbeitern versorgt. Auch diese Bewohner befinden sich jetzt für die kommenden 14 Tage in Einzelunterbringung. „Selbstverständlich arbeiten wir strikt weiter nach den strengen Hygienevorschriften und werden jetzt mit ausreichend Schutzkleidung und Masken versorgt werden“, so Münch. Gerade die Ausstattung mit Schutzmasken scheint vorher nicht ausreichend gewesen zu sein.

Die Einschränkungen beziehe sich offenbar nicht auf die Küche des Atriums und die Mahlzeitenversorgung. Sie sollen nach Ankündigung von Thomas Münch ebenso normal weiterlaufen wie die hauseigene Wäscherei, die Reinigung der Zimmer und der gesamten Einrichtung.

Durch die Infektionen in der Seniorenresidenz gibt es aktuell 99 Erkrankte im Landkreis Oldenburg. In der Nacht von Freitag auf Sonnabend war ein Bewohner des Atriums verstorben. Dabei handelte es sich nach Informationen unserer Zeitung um einen 89-Jährigen Delmenhorster, der sich nach einem Krankenhausaufenthalt in Delmenhorst in Wildeshausen in der Kurzzeitpflege des Atriums befand. Dort verschlechterte sich der Gesundheitszustand des Mann erheblich. Er wurde ins Krankenhaus Johanneum verlegt, wo er verstarb, bevor das Ergebnis eines zuvor durchgeführten COVID-19 vorlag. „Das Testergebnis war positiv auf SARS-CoV-2, worauf das Gesundheitsamt des Landkreises Oldenburg umgehend aktiv wurde und Tests sämtlicher Personen in der Seniorenresidenz durchführte“, erklärte Galeotti.

Der genaue Eintragsweg des Virus in die Seniorenresidenz lässt sich nach Angaben aus dem Kreishaus nicht mehr mit Bestimmtheit klären. Es gebe verschiedene Möglichkeiten, jedoch deute das Ausmaß der Infektionszahlen in Verbindung mit dem zeitliche Ablauf und den Ausbruch der Erkrankung darauf hin, dass das Virus nicht erst vor kurzem eingetragen wurde.

„Es ist eine fürchterliche Entwicklung. Führt uns allen aber auf brutale Weise vor Augen, wie wichtig die Beschränkungen wie Betretungsverbot oder auch Kontaktverbote sind. Wir müssen uns alle weiter strikt daran halten, um eine Verbreitung des Virus immer weiter zu verlangsamen. Den erkrankten Bewohnern wünsche ich ebenso wie den Mitarbeitern und allen anderen Erkrankten im Landkreis schnelle und gute Genesung“, betonte Landrat Carsten Harings.

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