Staatsanwaltschaft ermittelt im Atrium

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Verdacht des Verstoßes gegen die Vorschriften des Infektionsschutzgesetz

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg und die Polizei Delmenhorst haben Ermittlungen wegen des Verdachts des Verstoßes gegen die Vorschriften des Infektionsschutzgesetz und etwaiger anderer Straftaten in der Seniorenresidenz Atrium am Wall aufgenommen. Das teilten die Ermittlungsbehörden am Freitagmittag mit.

Wie berichtet, war es in der Seniorenresidenz zu mehreren COVID-19-Inektionen gekommen. Der Landkreis Oldenburg hatte am Donnerstag die Teilevakuierung der Einrichtung angeordnet. 15, bislang negativ getestete Bewohnerinnen und Bewohner wurden in das Gästehaus des Berufsförderungswerkes Weser-Ems (BfW) in Bookholzberg untergebracht.

Anlass war eine erneute Kontrolle des Infektions-Status der Bewohner. Dabei wurden zwölf weitere Infektionen festgestellt. Die Kreisverwaltung hatte daraufhin massive Kritik an der Leitung der Einrichtung geübt. Die Vorgaben und Auflagen waren klar definiert gewesen. „Bei 100-prozentiger Umsetzung wären sie auch sicher gewesen. Aber es darf nicht ein Prozent fehlen.“ Mehrfach hatte die Verwaltung deutlich über die verhängten Maßnahmen wie Kohorten-Trennung, Quarantäne für alle Bewohner und Mitarbeiter oder auch Schutzkleidung informiert. Bei einer erneuten Kontrolle zur Einhaltung der verhängten Maßnahmen stellte die Kreisverwaltung fest, dass diese nicht zu 100 Prozent umgesetzt wurden und entschied sich für die Teil-Evakuierung.

Die Geschäftsführung der Seniorenresidenz hatten den Leiter der Einrichtung vom Dienst freigestellt. Ihm werden offenbar die Verfehlungen angelastet.

Am Freitagmorgen äußerte sich dann auch Thomas Münch, Geschäftsführer der Seniorenresidenz Atrium am Wall, zu den Vorgängen. „Mit großem Bedauern haben wir zur Kenntnis genommen, dass die Anzahl der Bewohner mit einer COVID 19 Infektion noch wesentlich höher liegt als letzte Woche Freitag. Ein vergleichbares Bild findet sich bei unseren Mitarbeitern. Hierfür möchten wir uns bei allen Betroffenen und Mit-Betroffenen entschuldigen. Wir haben seitens des eigenen Management und seitens der behördlichen Auflagen alles vorgegeben, um genau diese Situation zu verhindern.“ Und weiter: „Wir können derzeit nur feststellen, dass es in den Prüfergebnissen des Gesundheitsamtes einige Missverständnisse gegeben hat. Die Prüfergebnisse haben dann allerdings die Entscheidung der räumlichen Verlegung der Bewohner nach Bookholzberg herbeigeführt. Diese missverständlichen Aspekte werden wir jetzt unsererseits beim Gesundheitsamt in die Klärung bringen.“

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